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Anleitung zum Ackerdüngen
Himmel und Erde (Österreich, 1979-1982)
Regie: Michael Pilz
 
Baum fällen, ausästen, zersägen, abschleifen und stapeln. Schwein aus dem Stall führen, schlachten, entborsten, reinigen, köpfen, zerteilen und abtransportieren. Heu holen. Damit die Kühe füttern. Ausmisten. Misthaufen umgraben. Mist auf Anhänger laden. Traktor reparieren. Hund gähnt. Anhänger ankuppeln. Mit Traktor losfahren. Mann mit Pferdegespann auf Feld mit Mist auf Lastkarren. Bauer düngt Feld mit Mist. Gefährt bleibt stecken. Bauer macht flott. Fährt auf den Hof. Lädt Mist auf. Wieder auf der Weide. Bauer düngt Feld mit Mist. Karren bleibt stecken. Bauer macht flott.
Der Winter kommt. Sonne über den Bergen am Horizont. Der Winter geht.
Bauer lädt Mist auf. Bauer düngt Feld mit Mist. Wagen bleibt stecken. Alles in Zeitlupe. Der Wind pfeift. Kinder bei Glockengeläut. Kinder bei Glockengeläut in Zeitlupe. Kind in Auto in Zeitlupe. Kind auf "Bonanzafahrrad" – keine Zeitlupe.
Zwischendurch zur Auflockerung wird immer mal wieder ein Baum gefällt oder ein Schwein geschlachtet. Die beschriebenen Szenen sagen alles und nichts über den Dokumentarfilm "Himmel und Erde" von Michael Pilz. Er porträtiert das einfache Leben der Menschen in der Steiermark, dass von sich ewig wiederholenden, beschwerlichen und ermüdenden Tagesaufgaben geprägt ist. Und genauso beschwerlich und ermüdend ist der Film. Denn spätestens bei dem dritten, durch Menschenhand zu Fall gebrachtem Borkenkäferhotel, verliert das Gezeigte an Reiz und der Kinobesucher wird Teil der tristen Alltäglichkeit.
Begleiteffekt dieser zuweilen belastenden Eintönigkeit ist eine beruhigende, fast therapeutische Wirkung auf den Zuschauer. Die Bilder werfen Fragen über die eigene Art zu Leben auf und für die Suche nach Antworten ist bei viereinhalb Stunden Ackerdüngen jede Menge Zeit. Manch einer unter den Zuschauer hat selbst daran irgendwann die Lust verloren und widmet sich der Erholung des Geistes durch einige Minuten Schlaf.

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